Eleanor & Colette

Regie: Bille August
Deutschland 2018 • FSK: ab 12 Jahren • 115 min

Nach einer wahren Begebenheit erzählt Regisseur Bille August die Geschichte der ganz besonderen Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher Frauen und ihres gemeinsamen Kampfes für Gerechtigkeit: Eleanor Riese leidet an paranoider Schizophrenie und weiß, dass sie nur mit Medikamenten ein eigenständiges Leben führen kann. Wegen starker Nebenwirkungen fordert sie jedoch, ihre Medikation selbst mitzubestimmen.

Als ihre Ärzte ihr das verweigern, heuert Eleanor die Anwältin Colette Hughes an. In einem so gut wie aussichtslosen Verfahren stellen sich die beiden gegen ein übermächtiges Establishment aus Pharmaindustrie und Ärzten, schaffen es aber, ihren Fall bis zum obersten Gerichtshof zu bringen.

Ein gemeinsamer Kampf um Gerechtigkeit, mit dem die ebenso exzentrische wie liebenswerte Eleanor das Leben der verbissenen Colette gehörig durcheinander bringt und der sie letztlich zu mehr macht, als zu Mandantin und Klientin - sie werden Freundinnen, die sich Halt geben, voneinander lernen und gegenseitig ihr Leben verändern…

Geradlinig chronologisch und faktenbasiert inszeniert der dänische OSCARâ-Preisträger und zweifache Cannes-Gewinner Bille August ein bewegendes Drama und rückt damit ein Tabuthema erneut ins Blickfeld. Einst hatte der Kultklassiker »Einer flog übers Kuckucksnest« einen nennenswerten Einfluss auf die Behandlung psychisch Kranker.

Mit ihrer gesamten schauspielerischen Kraft verkörpert das Londoner Ausnahmetalent Helen Bonham-Cater berührend die Figur der letztlich unerschrockenen Alltagsheldin aus der Psychiatrie. Ihr Kampf für mehr Selbstbestimmung und Menschlichkeit hat einen realen Hintergrund. Die Amerikanerin Eleanor Riese erreichte 1987 mit Hilfe ihrer Anwältin ein Urteil, das für Psychiatriepatienten in den Vereinigten Staaten einen Meilenstein darstellt: Der State Court in Kalifornien entschied, dass auch zwangseingelieferte Patienten das Recht haben, über die Anwendung von Psychopharmaka informiert zu werden und mitzubestimmen. Eine unfreiwillige Behandlung konnte von da an nur noch mit einer richterlichen Entscheidung durchgesetzt werden.

Demnächst in der Schauburg

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