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10.11.2021

MAX PROSA

Grüße aus der Flut
Do 4.11.Fr 5.11.Sa 6.11.So 7.11.Mo 8.11.Di 9.11.Mi 10.11.
20:00

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Mit diesem alten weisen Satz beginnt „Grüße aus der Flut“, das sechste Album des Berliner Singer-Songwriters Max Prosa. Mit rauer Wärme ruft er sein Credo in die Welt hinaus. Luft und Liebe, Lyrik und Musik sind für den Künstler nicht bloß nette Flausen, sondern existenziell. Erst recht in diesen herausfordernden Tagen. „Wenn ich mir keine Zeit nehme Gitarre zu spielen, am Kla- vier zu sitzen oder in mein Notizbuch zu schreiben, merke ich das sofort. Ich kann dann nicht schlafen, fühle mich fremd“, sagt Max Prosa. Poesie ist stete Suche. Und wo das Dasein abgründig schillert, findet Max Prosa eine ganz eigene Schönheit und Leichtigkeit. Mit seinen neuen Songs sendet er Botschaften aus der wogenden Seele, aus einer tosenden Zeit und aus umstürmten Ländern. „Grüße aus der Flut“ eben.

Manche der zehn Lieder sind vor Corona entstanden, andere mitten im Eindruck der Pandemie. Und dann gibt es eine Nummer wie „Donnerschlag“. Vor einem Jahr fürs Theater geschrieben, verdichtet der Song doch exakt die Stimmung, in der wir seit diesem Frühjahr leben: Die Menschen stecken in ihren Gewohnheiten und brauchen erst einen mächtigen Knall, bis sie einander wieder zuhören. „So ein Einschnitt gibt immer Raum für Veränderungen. Auch mein Schreiben hat sich durch die Pandemie verändert, denn das Thema war wirklich präsent, fast schon ein Lebensgefühl. Überall auf den Straßen sprachen die Leute darüber, alle dachten an das Gleiche.“ Wie ein apokalyptisches Märchen ertönt dieser „Donnerschlag“. Zu Beginn ein sachte akzentuiertes Piano. Dann flirrt etwas elektronisch Verfremdetes hinein.

Die Gitarre bleibt jedoch Herzstück in Max Prosas Schaffen. Ein Instrument für die Reise: 1989 geboren, als Wendekind in Berlin. Die Mutter konstant, die Väter wechselnd. Früh ging es hinaus. Abi mit 17 und dann auf nach Irland. Wilde Locken, kluger Kopf, freier Geist. Straßenmusik mit den Liedern Dylans. Das Geld im Hut zahlte die Unterkunft. Und die Freiheitsliebe setzte sich in jede Faser. Ganz so wie der spätromantische Taugenichts bei Eichendorff oder wie der Narr auf einer Tarotkarte. „Diese Figur habe ich nie ganz verloren. Je nach Perspektive stand sie mir vielleicht auch im Weg. Spätestens als ich Vater geworden bin, musste ich die Rollen öfters tauschen. Ich kann der Zielstrebigkeit auch viel abgewinnen, sie darf nur nicht mein Leben diktieren.“ Im brüchig tänzelnden Titelsong „Grüße aus der Flut“ schaut Max Prosa mit einer gewissen Gelassenheit auf sein Abenteuertum: „Oh, ich bin okay / ich hab zwei Schrammen mehr / eine tut noch weh / doch du kannst sicher sein, dass ich nicht untergeh‘“.

Der offene Blick links und rechts des Wegesrands, die neugierigen Schlenker und auch die verbummelten Momente machen Max Prosa zu dem wahrhaftigen Geschichtenerzähler, der er ist. Zu einem, der den Alltag mit seiner Fantasie durchkreuzt und uns so sensibilisiert für alles, was jenseits des bloßen Funktionierens liegt. Max Prosa hat Physik, Philosophie und Popmusik studiert. Und über die Liebe zu anderen Musikern hat er seine eigene Stimme gefunden. Leonard Cohen höchstselbst dankte ihm für die deutschsprachige Interpretation des Überhits „Hallelujah“. Und Ton Steine Scherben-Gitarrist R.P.S. Lanrue ist auf Max Prosas fünftem Album „Mit anderen Augen“ zu hören. Die Kunst schreibt sich fort. Von Generation zu Generation.
„Grüße aus der Flut“ ist ein Werk, das sich aus der Isolation heraus immer weiter geöffnet hat. „Die Corona-Zeit hat bewirkt, dass ich viel mit mir alleine war. Ich musste dadurch auch alleine arrangieren und habe mich plötzlich erinnert, das so auch alles angefangen hat.“ Ein besonderes Gefühl von zeitlicher Weite, in der Max Prosa die Visionen für seine Lieder detailliert ausformulieren konnte. „Es wurde dadurch auch für andere Musiker leichter, etwas daraus zu machen.“ Max Prosa hat derzeit keine feste Band, aber passionierte Kollaborateure. Viele der Klaviersongs hat Pianist Sascha Stiehler eingespielt. Am Bass ist Philipp Gosch zu hören („Alpentines“). Und die Schlagzeugparts übernahm Pascal El Sauaf, der das Album auch produziert hat – im atmosphärischen Studio Nord in Bremen.


www.maxprosa.de
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