ab Donnerstag, 30.Mai

Kulissen der Macht

BRD 2023, Dror Moreh, Originalfassung mit dt. Untertiteln
• FSK: ab 16 Jahren • 135 min

TRIGGER WARNUNG
Dieser Dokumentarfilm enthält Archivmaterial, das zum Teil brutale und explizite Gewaltdarstellungen wie körperliche Übergriffe und Verletzungen sowie Bilder von Leid und Verlust enthält. Der Inhalt kann für sensible Zuschauer*innen verstörend und belastend sein, insbesondere für diejenigen,
die ein Trauma im Zusammenhang mit Gewalt erlebt haben. Bitte überlegen Sie, ob der Film zu diesem Zeitpunkt für Sie geeignet ist.

Wie sollen wir auf die Kriege in der Ukraine und Gaza reagieren, auf die Terrorangriffe von Hamas und Iran? Der oscarnominierte Regisseur Dror Moreh blickt in seinem neuen Dokumentarfilm hinter die "Kulissen der Macht" und beleuchtet, warum die westliche Welt bei vielen Kriegsverbrechen und Völkermordszenarios nicht oder nur zögernd eingeschritten ist. Dabei lautete das Credo der UNO nach dem Zweiten Weltkrieg "Niemals Wieder!" Mit ungesehenem Archivmaterial und bewegenden Insiderinterviews hält Dror Moreh uns den Spiegel der Vergangenheit vor und provoziert Fragen für die Gegenwart.

Im Situation Room des Weißen Hauses werden Entscheidungen getroffen, die einen massiven Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen. Aber was passiert hinter den Kulissen der Macht genau? Der neue Film des Oscar-nominierten Regisseurs Dror Moreh führt das Publikum tief in erbitterte Debatten, Gewissensfragen, strategische Kalkulationen und Machtkämpfe und liefert eine intensive Untersuchung der US-Außenpolitik der letzten 40 Jahre. Madeleine Albright, Colin Powell, Hillary Clinton, Samantha Power und viele andere geben ihre seltenen Einblicke in die dramatischen Konflikte der jüngsten Geschichte (von Kuwait, Bosnien und Ruanda bis zum Kosovo, Libyen und Syrien), die unsere Welt bis
heute prägen. Mit einer Kombination von ausführlichen Interviews, seltenem Archivmaterial und beeindruckenden Rekonstitutionen beleuchtet der Film Verhaltensmuster, die zu Stillstand und Untätigkeit führen, selbst im Angesicht eines Völkermords.

Acht Jahre hat er an seinem neuen Film gearbeitet, acht Jahre, um zu ergründen, warum der Westen bei so vielen Kriegsverbrechen zusieht. Warum schreiten die USA bei manchen Krisen ein – und lassen andere Verbrechen tatenlos geschehen: wie in Syrien? Dieser Widerspruch war der Anstoß für diesen Film.

Ob Kambodscha, Ruanda, Bosnien: Der Film schildert, wie jede Krise riesige Krisenstäbe von Militärs und Politikberater:innen auf den Plan ruft. In langen Sitzungen werden ethische Ansprüche mit strategischen Fragen gegengerechnet.

Dass Menschheitsverbrechen oft nur mit neuer Gewalt zu bekämpfen sind, ist eine Erkenntnis des Films. Dessen Stärke auch darin besteht, dass Dror Moreh absolute Topinsider zu erstaunlich offenen Bekenntnissen bewegt.

Dieser berührende Film hat keine einfachen Botschaften. Und ist umso mehr ein Appell an uns – nicht wegzuschauen.

Auszüge aus der ARD-Filmvorschau bei titel-thesen-temperamente: Autor: Norbert Kron

Demnächst in der Schauburg

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